4. ASICS Grand 10 Berlin

Für diesen 10 Kilometer Lauf hatte ich mich schon im Frühjahr angemeldet und nach dem Marathon in Berlin wollte ich hier wieder in das normale Training einsteigen.

 

Nach dem Marathon

In den vergangenen zwei Wochen habe ich sehr wenig trainiert, sondern viel Wert auf eine vernünftige Erholungsphase gelegt. Die ersten zwei Tage nach dem Marathon hatte ich zum Glück einen ganz ordentlichen Endorphinrausch, der die Schmerzen in den Beinen ertragbar gemacht hat. Ich hätte vorher nicht gedacht wie überwältigend das Erlebnis “Marathon” ist,  aber ich habe auch nicht gedacht, dass man vom Laufen so bewegungsunfähig wird. Mein Bett war auf einmal viel zu niedrig und im Bad hätte ich am Liebsten überall Haltegriffe montiert, damit man sich irgendwo dran klammern kann. Mittwoch und Freitag bin ich jeweils eine Stunde sehr ruhig Rennrad gefahren, wobei es mir leider nicht gelang Gang -1 zu finden – meine Oberschenkel haben selbst im niedrigsten Gang gebrannt wie die Hölle. Zu allem Übel wollte mein Begleiter auch noch den Neustrelitzer Wasserturm besichtigen – 152 Stufen!  :-( Ähh ja, der Ausblick war schön…

Eine Woche nach dem Marathon bin ich zum ersten Mal wieder gelaufen und wenn ich nicht wüsste, dass man das Laufen nicht verlernen kann, hätte ich es danach behauptet – Schmerz lass nach! Kondition wo bist du? In der folgenden Woche habe ich dann ein paar kurze langsame Pyramidenläufe und einen sehr langsamen 7 km Lauf gemacht. Nachdem dieser geschafft war, stand dem Lauf in Berlin nichts mehr im Weg. Zwischenzeitlich hatte ich schon daran gedacht gar nicht zu laufen, aber da ich mich schon lange auf diesen Lauf gefreut hatte, wollte ich nun auch starten.

Der Lauf – 10 km im Wohlfühltempo durch Berlin

In vielen Laufbüchern steht, dass man 2 Wochen nach dem Marathon das Potential für eine gute 10 KM Zeit hat. Im Vorfeld hatte ich ein wenig damit geliebäugelt vielleicht doch schon volle Pulle zu laufen: mein Kopf war total motiviert und wollte unbedingt. Mein Körper war aber definitiv noch nicht bereit für eine erneute Belastung. Die Pulswerte im Training waren ziemlich hoch und auch die Muskeln in Waden und Oberschenkeln meckertern immer noch. So schwer es mir auch fiel, ich wollte mich unbedingt an meinen Regenerationsplan halten, der mir ein Tempo von 6 Minuten pro Kilometer empfahl. Ich hoffe einfach durch diesen langsamen Wiedereinstieg Verletzungen zu vermeiden.

Der Asics Grand 10 fand in diesem Jahr zum vierten Mal  statt und bekannte Spitzenläufer hatten sich angekündigt. Die Strecke ist insgesamt sehr flach und mit ein bisschen Glück sind hier durchaus Jahresweltbestzeiten drin. Wir sind erst gegen viertel 10 von Neustrelitz los, da der Start für 12 Uhr angekündigt war. Nachdem wir unsere Startnummern abgeholt hatten, war noch genügend Zeit, um sich das Charlottenburger Schloss und das gesamte Umfeld ein wenig genauer anzuschauen. Besonders interessant war das Aufwärmen der Kenianer zu beobachten. Der spätere Sieger Leonard Komon sah total nett aus, aber da ich ihn in seiner Konzentration nicht stören wollte, habe ich darauf verzichtet um ein gemeinsames Foto zu bitten. Auch bei Arne Gabius habe ich mich nicht getraut…

Nach einem kurzem Warmup haben wir unsere Startnummern angelegt (warum stand bei allen der Vornamen drauf nur bei mir nicht?), die Kleiderbeutel abgegeben und sind dann in unsere Startblöcke marschiert. Ich hatte eine Zielzeit von 47:30 angegeben und musste trotzdem in den letzen Block – das soll einer verstehen! Bei herrlichem Sonnenschein und sehr angenehmen 10 °C sind ca. 7000 Läufer auf die Strecke gegangen. Für mich war das ganze Rennen durch das gemächliche Tempo relativ unspektakulär. Ich habe versucht mein Tempo einzuhalten und mich bloß nicht mitreißen zu lassen. Wie gern hätte ich einfach Gas gegeben! Naja nun hatte ich mich entschieden langsam zu laufen und so versuchte ich dies zu genießen. Locker, flockig schwamm ich im Feld mit und im Zoo, dem schönsten Teil der Strecke, hatte ich diesmal viel Zeit die Tiere zu beobachten. Nashörner & Antilopen haben sich rausgetraut, und fast hätte ich angehalten, um noch ein wenig weiter zu gucken.

Nach dem Zoo ging es dann über die Kantstraße zurück in Richtung Charlottenburger Schloss und nach einer gefühlten Ewigkeit war dann auch das Ziel erreicht. Der Lauf an sich ist sehr schön gewesen, aber die große Freude blieb bei mir aus. Eigentlich habe ich gerade Spaß am Laufen, wenn man einfach vor sich hinläuft, aber irgendwie fühlte ich mich nicht so wohl. Mein Puls war für das langsame Tempo außergewöhnlich hoch und ich war froh, dass es nur 10 Kilometer waren.

Nach dem Lauf sind wir schnell wieder nach Hause um auch dort noch das gute Wetter zu genießen. Nachmittags sind wir ein wenig Geocachen gegangen, was großen Spaß gemacht hat, aber leider hat sich dabei irgendwie mein linkes Knie gemeldet. Nach dem Lauf hatte ich mich noch ausgiebig gedehnt und erst auf dem Weg zum Auto war mir aufgefallen, dass das Knie zwickt. Ich habe mir nichts weiter gedacht, aber im Laufe des Nachmittags und in der Nacht wurde es immer döller – brennender permanenter Schmerz, der sich hauptsächlich um und unter der Kniescheibe zeigt (dabei zieht es leicht innen hoch in den Oberschenkel; das Knie ist weder geschwollen noch hat es Temperatur). Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was das sein kann und mache mir  ein wenig Sorgen, da es wirklich ziemlich schmerzhaft ist. Wenn irgendwas gerissen wäre, hätte ich das doch gemerkt, oder? Ich hoffe einfach, dass es nichts ernsthaftes ist und schnell wieder weg geht, damit ich in zwei Wochen beim Sebastian-Fredrich-Gedenk-Lauf in Lubmin über 10 KM noch mal angreifen kann.

In diesem Sinne: auf zum nächsten Lauf!

Die Ergebnisse des 4. ASICS Grand 10 gibt es hier.

Und dazu: Mr Medizine – Eliza Doolittle


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8 Antworten auf 4. ASICS Grand 10 Berlin

  1. Juliregen sagt:

    Liebe Grit,
    gut, dass du auf deinen Körper gehört hast, auch wenn du richtig Lust auf Tempo gehabt hättest. Ich kann aber gut verstehen, dass bei soeinem Umfeld die Beine gleich anfangen zu kribbeln ;-) . Den Regenerationsplan hast du ja aber schließlich nicht umsonst.
    Das mit deinem Knie ist aber jetzt wirklich komisch… Ich hoffe, es beruhigt sich wieder! Gute Genesung dafür!
    Liebe Grüße aus Jena!

    • Grit_87 sagt:

      Nicht nur die Beine haben gekribbelt – wenn die Bedingungen so optimal sind wie am Sonntag möchte man einfach nur über die Strecke fliegen. :-)
      Das mit dem Knie kommt schon wieder in Ordnung – ich bin da guter Hoffnung. Ich tippe auf eine Entzündung – vielleicht entstanden aus einer Überlastung der vergangenen Wochen…
      Herzlichen Glückwunsch zum guten Lauf in Weimar! Auf geht’s nach Dresden!

  2. M a r e k sagt:

    Hi Grit,

    lese erst jetzt deinen Bericht von den Asics. Hast du doch super hinbekommen den Lauf, ich hoffe das Knie hat sich wieder beruhigt? Ich fand die Asics mal wieder eine gelungene Veranstaltung und werde sicher nächstes Jahr wieder am Start sein. Habe dir per Facebook noch eine Einladung zur Marathon-Staffel zukommen lassen. Vielleicht hast du ja Lust mit uns in Berlin zu laufen?

    Viele liebe Grüße,

    Running Twin Marek

    • Grit_87 sagt:

      Hallo Marek,

      ich war in Berlin zum dritten Mal dabei und finde den Lauf einfach toll. Nächstes Jahr werde ich dort mal einen Bestzeitenversuch wagen – die Strecke ist so schön flach und wenn das Wetter stimmt, kann der Asphalt brennen. Herzlichen Glückwunsch zu deiner super Zeit!!! Wegen der Staffel melde ich mich bei FB!
      Liebe Grüße!!!

  3. Din sagt:

    Das hört sich nach einem schönen und entspannten Lauf an; da konntest du dir die Stadt sicher schön anschauen, auch wenn du die Strecke schon mehrmals gelaufen bist.
    Scheint ein gute Lauf zu sein; mal sehen, ob ich da vielleicht nächstes Jahr auch mal mitlaufe.
    Hoffentlich geht es deinem Knie wieder gut.

    • Grit_87 sagt:

      Der Lauf ist wirklich sehr gut organisiert, obwohl ich es im Zielbereich sehr eng finde – da wird schon ziemlich gedrängelt. Die Strecke ist sehr schön – gerade wenn man die Zeit hat nach links & rechts zu schauen. Ich finde es auch gut, dass es flach und eben ist – wenn der Wind nicht zu doll pustet, kann mir Bestzeiten laufen. Hoffentlich sind nächstes Jahr wieder mehr Zuschauer dabei – das hat ein wenig abgenommen. Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr! :-)

  4. Supermario72 sagt:

    Hallo Grit,

    puh – das stelle ich mir schon sehr schwer vor, sich nach diesem grandiosen Marathondebüt und 2 Wochen Nachruhe immer noch so zurück zu halten! Diszipliniertes Langsamlaufen – auch nicht schlecht! ;-) Aber in Endeffekt ist die Regeneration langfristig noch wichtiger als der Leistungsabruf.

    Aber ich denke, den einen oder anderen “Knaller” hast Du doch für dieses Jahr noch geplant, oder!? Die Form ist doch da!

    Grüße aus Köln!
    Mario

    • Grit_87 sagt:

      Hallo Mario,

      ja das schon sehr schwer so laaaangsam zu laufen. Die Nachruhe war aber zwingend nötig – physisch wie mental hat der Marathon Kraft gekostet. Ich bin mir sicher, dass die Form im Moment gut ist, aber mein Knie macht immer noch starke Probleme, weshalb ich vorerst keine weiteren Wettkämpfe laufe. Das ist schade, ärgerlich und traurig, aber nicht zu ändern…
      Grüße nach Köln!
      Grit

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