Nach dem Hamburger Halbmarathon konnte ich über das Ergebnis nicht mehr lange traurig sein, weil mir doch manche Leute, den Kopf wieder ein bisschen gerade gerückt haben.
Außerdem stand auch schon der nächste Wettkampf an: der Schweriner Schlosstriathlon, den ich mit Stefan und Mayk als Teamstaffel bestreiten wollte.
Trainingstechnisch habe ich mich nach Hamburg doll zurück gehalten. Gefühlt habe ich mich noch nie so schnell nach einem Wettkampf erholt (was meine gute Form bestätigt), aber um Sonntag schon wieder fitt zu sein, war die Zeit doch etwas knapp. Deswegen beließ ich es bei ganz langsamen kurzen Läufen um ein bisschen Erholung zu bekommen ohne völlig einzurosten. Am Samstag habe ich dann zum ersten Mal meine CEP-Kompressionssocken angezogen, die ich im Winter bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte (mit Autogramm von Timo Bracht). Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob ich vielleicht Sonntag so ein bisschen lockerer auf die Strecke gehen könnte.
Schon bei unserem Trainingslager in Zinnowitz im März hatten Mayk und ich besprochen, dass es doch mal ganz lustig wäre, wenn man mal zu dritt eine Triathlonstaffel machen könnte. Vor einigen Jahren habe ich schon einige Tris allein mitgemacht (Waren, Güstrow, Prälank) und so langsam komme ich wieder auf den Geschmack.
Da ist so eine Staffel eine schöne Gelegenheit um mal wieder reinzuschnuppern. Wir hatten uns dann schnell geeinigt, dass wir in Schwerin über die Olympische Distanz an den Start gehen wollten. Mayk wollte Fahrrad fahren (40 km) und ich konnte mir nicht vorstellen 1,5 km zu schwimmen, also blieb ich beim Laufen (10 km). Stefan bot sich dann als Schwimmer an und so war unser Team perfekt. Da es keine Mix-Wertung gab, mussten wir bei den Männern starten, aber da es ja um nichts außer Spaß ging, war dies in Ordnung.
Da die Wettkampfbesprechung für 9:00 Uhr und der Start für 10:00 Uhr angesetzt war, mussten wir in Greifswald schon um 6:00 Uhr los fahren. Um 4:45 klingelte nicht nur mein Wecker ohrenbetäubend, sondern auch mächtiges Donnergrollen machte geruhsames Ausschlafen unmöglich. Ich hatte gehofft, dass die angekündigten Gewitter schon nachts vorbei ziehen und mir nicht schon wieder ein Regenrennen wie in Hamburg bevor stehen würde. Auf dem Weg nach Schwerin wurde es dann auch heller und als wir in unserer schönen Landeshauptstadt ankamen, lächelte die Sonne vom Himmel. Auf der Fahrt haben wir unseren wirklich informativen Heimatsender “Radio MV” gehört. Die Musikauswahl ist ja schon an Werktagen nicht gerade meinem Alter entsprechend, aber sonntags ist es echt die Krönung. Es war so lustig und ich musste mich sehr zusammen reißen um nicht zu platzen

vor lachen. Florian, der mit uns fuhr, musste auch schon grinsen.
Wir waren dann sehr pünktlich vor Ort und bis zu meinem Einsatz sollte noch einiges an Zeit vergehen. So hatte ich noch ausreichend Möglichkeiten um mir die tollen Räder der richtigen Triathleten anzugucken bzw. deren Besitzer. Ich muss schon sagen, dass Durchschnittsalter der Teilnehmer war wesentlich geringer als bei reinen Laufwettkämpfen und irgendwie war die Stimmung auch ein bisschen relaxter. Läufer sind manchmal ein bissl verbissen, aber die Triathleten waren vor dem Start echt super entspannt und nur am Quasseln.
Neben unserer Staffel sind noch zahlreiche andere Greifswalder an den Start gegangen, sodass wir ein ganz gutes Team bildeten, das an den blauen HGWaii-Shirts immer gut zu erkennen ist. Vor dem Start wünschten wir uns noch mal alle viel Glück und pünktlich um 10 Uhr stürzten sich die Teilnehmer in die Fluten des Schweriner Burgsees. Die Sonne strahlte nun vom Himmel und es war schon mächtig warm. Bei einer Wassertemperatur von 18,5°C durfte aber im Neo geschwommen werden.
Stefan erledigte seine Schwimmstrecke zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Nach 35:29 Min und auf Platz 5 liegend war sein Tageswerk vollbracht. Die Wechselzeit war dann suboptimal (Platz 9) und schon machte sich Mayk auf die 40 Kilometer. Die Bedingungen zum Radfahren waren optimal und Mayk gut im Training. Mittlerweile wurde ich dann auch etwas nervöser – mein Start rückte immer näher und es wurde immer heißer. Im Wechselgarten machten sich schon die ersten Staffeln wechselbereit – manche Teams waren uns mehr haushoch überlegen. Mayk blieb dann genau in seinem prognostizierten Zeitlimit von 1:10h, was die sechstschnellste Radzeit war. Auch hier war der Wechsel wieder verbesserungswürdig.
Die Laufstrecke war dann eine 2,5 km Runde, die rund um den Burgsee ging. Ich habe mich überraschend gut gefühlt und konnte die ersten zwei Runden gut mit einigen Anderen zusammen laufen. Sonst mag ich Runden gar nicht, aber hier hat es Spaß gemacht, weil man immer gesehen, wer sonst noch auf der Strecke ist, wie sich die Abstäne verändern und außerdem war eine Menge Publikum da zum Anfeuern. Ich bin ein für meine Verhältnisse flottes Tempo gelaufen und konnte auch einige Triathleten überholen. Die haben sich natürlich gewundert von einer Frau überholt zu werden und manchesmal haben sie ganz entsetzt gefragt, welche Distanz ich denn machen würde. Sie waren dann wieder beruhigt als ich “nur Staffel” antwortet.
Mir ist wirklich total schleierhaft wie Triathleten nach Schwimmen und Radln noch so schnell laufen können – Wahnsinn, Respekt, Hochachtung! Ich war schon wieder nach 5 km völlig am Limit und die drehten jetzt erst richtig auf. Echt cool! Ich bin dann die letzten 2 Runden größtenteils allein gelaufen, was besonders auf dem Weg zum Bertha-Klingberg-Platz wegen des starken Windes nicht ganz angenehm war. Da ich ja aber nicht nur für mich lief, musste ich mich weiter ganz doll anstrengen und lief so ein wirklich gutes Rennen. Ab KM 6 merkte ich halt, dass der HM noch in den Musklen steckte, aber ich lief einfach weiter, egal ob es nun heiß war oder weh tat. Wenn ich in Hamburg etwas gelernt hatte, dann war es meine Schmerzgrenze ein wenig nach oben zu schrauben. Der Schalter wurde umgelegt und ich lief einfach was ich noch konnte. Im Ziel erwarteten mich dann Stefan, Mayk und die beste Zielverpflegung, die ich je gesehen habe. Massig Auswahl an Getränken, Melone, Apfel, Kuchen, Brot – nur schade, dass ich nach dem Wettkampf nie Appetit habe. Meine Laufzeit war offiziell eine 46:09 (Platz 5), was Saisonbestleistung bedeutet, wenn die Strecke nicht zu kurz war. Laut meiner Garmin waren es 9,84 km und 46:25, wobei da aber noch das Stück Wechselzone inklusive ist. Als Staffel landeten wir dann auf Platz 9 von 11 gestarteten Teams. Leider wurde auch nachträglich keine Mixwertung eingeführt, obwohl das vielleicht machbar gewesen wäre, denn es war kein Damenteam am Start. Auch bei den Einzelstartern sind die Frauen eher dürftig vertreten gewesen – in meiner AK waren es gerade mal zwei Starterinnen.
Nach dem Wettkampf gab’s ne tolle kalte Freiluftdusche und leckere Nudeln in der strahlenden Sonne. Endlich wurde ich auch mal ein wenig braun.
Ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat – Triathleten sind schon ein klasse Völkchen und die Stimmung und Orga in Schwerin war einfach bestens. Alles in allem ein schöner Tag – danke an Stefan und Mayk, die nächstes Jahr ruhig einzeln starten können – drauf haben sie’s ganz sicher. Auf der HGWaii-Triathlonseite hat Stefan die Einzelerfolge der HSG-Uni auch noch mal auf den Punkt gebracht.
In diesem Sinne: auf zum nächsten Lauf.
Und dazu: Big Harry – Mit’m Trecker über’n Äcker
Die Ergebnisse des Int. Schlosstriatlons Schwerin gibt’s hier.




Du gönnst dir ja keine Atempause. Jetzt auch noch Triathlon! Glückwunsch zu der guten Teamleistung, du wirst ja immer fixer, wenn ich das so überblicke. Gute Voraussetzungen für eine schnelle Marathon-Staffel in Berlin
Und nun mach mal im Sommer ein wenig lockerer, der Herbst kommt bestimmt!
Sportliche Grüße in den Norden,
Running Twin Marek
Hallo Marek,
ja ich WURDE immer schneller, aber nun fühl ich mich ne Oma. Jetzt ist wirklich Pause angesagt, damit ich im Herbst zur Marathonstaffel wieder fit bin!
Liebe Grüße in den Süden,
Grit
Glückwunsch zum ersten Tri Feeling ! Nächstes Mal kannst es ja alleine bei einem Sprint probieren. Das schaffste auf jeden Fall!
LG
Milosz
Parkläufer.de
Hallo Milosz,
Jedermann ist im August geplant – ich freu mich schon sehr.
jep das ist der Plan
Hallo Grit,
Glückwunsch! Gut gemacht! Du spulst ja zur Zeit echt ein ordentliches Pensum ab! Rechts in der Sidebar steht ja auch schon wieder der 12er-Lauf.
Schön, dass Du immer Deine 1000er-Splits mit postest. Allerdings fällt bei den 10km-Läufen da auch auf, dass Du meist zwischen KM6 und KM9 einen “ziemlichen Hänger” drin hast. Den letzten KM haust Du dann zwar nochmal bisschen was raus, aber ich denke, Du solltest die Läufe etwas ruhiger angehen. Ganz konsequent! Du hast mit Sicherheit viel mehr drauf, verschenkst es aber bereits bis KM5.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Man fühlt sich gut, es rollt quasi, wie von selbst. Der Sog des Lauffeldes zieht einen mit. Aber gerade die 10km-Distanz verzeiht einem keine Fehler am Anfang! Wenn Dein Laktatspiegel bei KM5 schon “Oberkante Unterlippe” ist, dann geht i.d.R. auch nichts mehr. Da bleibt auch keine Möglichkeit mehr sich kurz zu “erholen”.
Es gibt hierzu einen schönen Artikel in einem anderen Blog. Schau mal hier:
http://laufschritte.blogspot.de/2012/05/lauf-zur-bestzeit-der-go-zone-fuhrt.html
Ich habe mich bei meinem gestrigen 10km-Wettkampf hier in Köln wirklich mal daran gehalten. Habe mir immer wieder diese 4 Schritte vorgebetet und mich nur darauf konzentriert. Und es funktioniert! Man arbeitet den Lauf regelrecht ab. Gut – jetzt würden wieder einige sagen: “Aber wo bleibt denn da der Spaß beim Laufen?”. Doch das ist ja genau der Spaß an der Sache! Kontrolliert seine eigenen Ziele umsetzen, seine Leistung abrufen. Das ist richtig geil! Und noch spaßiger wird es dann hinter der Ziellinie!
Grüße aus Köln!
Mario
Lieber Mario,
du hast mit deiner Analyse aber einen ganz wunden Punkt bei mir getroffen.
Das ist wirklich nicht zu begreifen, warum ich es nicht schaffe mir meine Kräfte vernünftig einzuteilen – echt nervig! Ich werde deine Tipps verinnerlichen und den sehr guten Post am Besten auswendig lernen und ausgedruckt unter’s Kopfkissen legen. Komisch: im Training kann ich mir meine Kraft gut einteilen, nur beim Wettkampf geht’s regelmäßig mit mir durch und dabei ist es doch viel schöner, wenn man am Ende noch einen raushauen kann…
Danke für deine konstruktive Kritik und den aufgezeigten Lösungsweg!
Liebe Grüße
Grit
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