27. Fünf-Seen-Lauf Schwerin (15 km)

Gestern machten wir uns auf den Weg ins wunderschöne Schwerin. Der Fünf-Seen-Lauf steht auf unserer Wettkampfliste immer ganz weit oben und auch dieses Jahr war alles wieder prima –  bis auf das Wetter.

Der 5-Seen-Lauf ist für mich immer etwas ganz Besonderes. Ich laufe dort unheimlich gern, weil die Natur einfach so toll ist, aber auch das ganze Drumherum ist perfekt organisiert. Meine Familie fährt schon seit Urzeiten zu diesem Wettkampf (mein Paps und mein Onkel Knud haben tatsächlich an allen 27 Wettkämpfen teilgenommen) und so habe ich auch schon einige Schweriner Läufe auf dem Buckel. Dieses Jahr haben sich mein Onkel, Paps und ich für die 15 km Strecke entschieden. Unser Vereinskollege Frank Schütz kann über diese Distanz nur lächeln und nahm die 30 km in Angriff. Nachdem ich im vergangenen Jahr aus studientechnischen Gründen nicht an der historischen Hitzeschlacht teilnehmen konnte, war ich diesmal sehr froh wieder starten zu können. An den Tagen vor

Schweriner Läufer - so passend die Grafik :-)

dem Wettkampf hatte ich das Training reduziert und so wachte ich Samstagmorgen frisch und ausgeruht mit lockeren Beinen sowie guter Laune auf. Wir machten uns gegen dreiviertel 7 von Neustrelitz aus auf in Richtung Landeshauptstadt und waren pünktlich 9 Uhr auf dem Parkplatz des Finanzministeriums. Unterwegs hörten wir gefühlte 100 mal den Wetterbericht und wollten nicht recht glauben, dass das Wetter wirklich so grausam werden könnte. Unterwegs schüttete es zwar kräftig, aber in Schwerin würde es schon besser sein… :-) Auf dem Parkplatz erwarteten uns schon Frank und Knud, die aus Rostock angereist waren. Beim Anziehen meiner warmen Kleidung hat mich dann irgendsoein Mistvieh 3 Mal voll in den Nacken gestochen. Ich habe keine Ahnung, was das gewesen sein könnte – das Insekt muss in meiner Jacke gewesen sein. Wir haben nur nichts gefunden, was fliegen, summen oder krabbeln konnte. Auf jeden Fall hat es arg gebrannt und wehgetan. Der Schmerz zog hoch bis in den Kopf und runter in die rechte Schulter.   8-O  Ich hab mich zwar geärgert, weil das natürlich nicht gerade toll ist vorm Wettkampf, aber beim Laufen verdrängt man den Schmerz eh. Mittlerweile nieselte es nur noch und wir machten uns auf in Richtung

Die Blumenfrau Bertha Klingberg mit meiner Mum 2005

Bertha-Klingberg-Platz, wo der Start sein sollte. Berta Klingberg war das Schweriner “Original” – eine sehr bekannte Blumenfrau, die auch jedes Jahr zum Lauf kam und den Läufern beim Start und später im Ziel die Daumen drückte. Leider ist sie im Jahr 2005 im Alter von 107 Jahren verstorben – eine Skulptur am Schweriner Burgseeufer erinnert noch heute an sie.

Die Abholung der Startnummern ging  dann fix und es folgte ein leichter Lauf zur Erwärmung. Die Stimmung unter den Läufern war richtig gut und schnell war auch schon der Start des ersten Feldes (10 km) punkt 10 Uhr absolviert. Von unserem regensicheren Platz konnten wir die lange Läuferschlange gut beobachten und uns schon darauf vorbereiten, dass es am Start relativ eng sein würde. Einige Minuten später gingen die 30 Kilometer-Läufer auf die Strecke und nun war es auch für uns Zeit, die  Klamotten am LKW abzugeben und zur Startlinie zu gehen. Da es doch etwas frisch war (ca. 12-14°) habe ich damit so lange wie möglich gewartet und mich dann eher im hinteren Teil des Feldes eingeordnet. Trotzdem waren es immer noch 10 Minuten bis zum Start und mir wurde dann ziemlich kühl…ich hatte mich entschieden kurz zu laufen und musste nun die Zeit vor dem Start etwas frieren. Den anderen Läufern ging es aber auch nicht besser und so sehnten wir gemeinsam den Startschuss herbei. Zu den Tönen der 5-Seen-Lauf-Hymne “Life is life”

 

Schweriner Schloss - Landtag von MV

durften wir dann auch endlich losrennen. Dieser Song wird jedes Jahr gespielt und gehört zum Schweriner Lauf wie die Plätzchen zu Weihnachten. ;-)  Nach ca. 500m ging es vorbei am Schweriner Schloss und dann ab in den Schlossgarten in Richtung Schweriner See. Da ich mich super fühlte, war diesmal das Risiko zu schnell loszulaufen besonders groß. Ich verdonnerte mich zu einer Kilometerzeit von 4:55-5:00 Minuten und wollte dieses Tempo locker geschmeidig bis Kilometer 10 laufen, um dann vielleicht noch etwas zulegen zu können – so weit meine Theorie…

Die Anfangskilometer vergingen wie im Fluge. Durch den Startplatz in den hinteren Reihen konnte ich eine ganze Menge Läufer überholen, was mir immer großen Spaß macht und gut für mein Köpfchen ist.  :lol: Die Kilometerzeiten lagen voll im Soll, ohne dass ich mich groß abhetzen musste und so erfeute ich mich an der schönen Natur. Die Strecke ist wirklich wunderschön und es lohnt sich links und rechts zu gucken…man hat ja oft eine Art Tunnelblick, aber es ist viel schöner, wenn man sich zwingt seine Umgebung bewusst wahrzunehmen. So habe ich auch alle meine Mitläufer sehr genau angeschaut und fand es interessant, wo diese überall herkamen. Eine exakte Beschreibung der Strecke wäre an dieser Stelle zu langweilig – deswegen unbedingt selbst laufen oder auf den Seiten des Schweriner 5-Seen-Laufes nachlesen! Nach 10 Kilometern ging es mir immer noch richtig gut und endlich durfte ich schneller laufen. Nachdem ich so einige Läufer ziehen lasse hatte, lief ich nun wieder auf diese auf bzw. klemmte mich an sie dran. Unterwegs gab es ein wenig Nieselregen, den ich kaum bemerkte. Warm war mir schon nach zwei Kilometern und so spielte das Wetter beim Laufen eigentlich keine Rolle. Unterwegs gab es ausreichend Verpflegungsstände, die ich aber nicht anlief. Herzlichen Dank aber an alle Helfer, die bei diesem Sauwetter an der Strecke aktiv waren. Viele Zuschauer waren dieses Jahr nicht unterwegs und so konnte ich mich diesmal fast bei allen persönlich bedanken: kurz die Dauem in die Höhe oder ein kurzes “Danke” erfreut die fleißigen Zuschauer immer. Die vier letzten Kilometer in Schwerin sind dann etwas anstrengender. Zunächst wird es leicht wellig und der Untergrund irgendwie komisch – der zieht einem die Kraft aus den Beinen. Zwei Kilometer vor dem Ziel beginnen dann die

15 KM - Fünf Seen inklusive!

berühmten Lankower Berge – eigentlich hat man die ganze Zeit Angst und wartet darauf, dass sie endlich kommen. 8-) Dieses Jahr kamen sie mir zum Glück kürzer und flacher vor, aber dass ist ja immer Formsache und irgendwie war ich noch ganz gut drauf. Die Gemeinheit ist immer der wartende Fotograf, der so ziemlich jeden einzeln fotografiert. Die letzten Kilometer bergan im Regen – das gibt sehr schöne Fotos… :-x Bergrunter war es dann fast schwieriger als hoch – ich habe mich extrem konzentrieren müssen, damit ich bloß nicht ausrutsche: durch den Regen war das Gras sehr rutschig und der Weg aufgeweicht. Die letzten Kilometer habe ich dann versucht mich an vor mir laufende Frauen zu halten, aber sie waren einfach etwas schneller. Ich war nicht wie bei anderen Wettkämpfen in dieser Saison stehend k.o., aber schneller werden wie vorgenommen konnte ich auch nicht mehr – so weit zu meiner Taktik. :-?  Im Ziel hatte ich dann offiziell eine 1:15:25 über exakt 15,4 km und den vierten Platz. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich das nun gut finde. Der vierte Platz (zum vierten in dieser Saison) geht voll in Ordnung – die Dritte war meilenweit vor mir und unerreichbar. Die Zeit ist auch okay – in Schwerin war ich über die 15 km nur einmal schneller und da war die Streckenführung eine andere. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich am Anfang zu sehr getrödelt habe und eventuell doch mehr drin war…Nach einem Blick in die Ergebnislisten muss ich noch sagen, dass irgendwas mit den Scannern der Startnummern nicht korrekt war. Die 2 (bei zwei Zielgassen) waren unterschiedlich geschaltet, denn eine Frau, die mindestens 10 Meter vor mir im Ziel war, ist zeitgleich ausgewiesen…in diesem Fall nicht schlimm, nur wenn es um knappe Altersklassenplatzierungen geht, kann dies  zu Problemen führen.

Kurz nach meinem Zieleinlauf fing es an wie aus Eimern zu gießen. Ich zog mir schnell meine trockenen Klamotten an und freute mich, dass der Wettergott wohl Läufer ist und erst jetzt den Regen schickte. Mein Paps und ich suchten auf meine Bitte hin noch ein Massagezelt und machten uns dann auf den Weg zum Ziel, um Knud und Frank

Paps, ich, Frank und Knud (v.l.)

anzufeuern. Knud war 15 Minuten schneller als letztes Jahr und so kamen wir zum Anfeuern leider zu spät – echt doof gelaufen, da wir am Ziel warteten und Knud in der Zeit seine Sachen suchte, die wir vorsorglich ins Trockene gerettet hatten. Er war dann über die mangelnde Unterstützung durch uns verständlicherweise etwas verärgert… :oops: Nachdem Frank im Ziel war, haben wir uns schließlich zum Essen aufgemacht. Nach dem Lauf zu essen fällt mir immer schwer, aber dann noch Erbsensuppe? Die anderen Läufer haben mit Genuss reingehauen, aber ich holte dann doch schon lieber unsere Urkunden vom Sofortausdruck. Vielleicht könnte man für seine Essenmarke auch mal Kuchen bekommen – das fände ich gut!  :-)

Weil das Wetter nun wirklich bescheiden war, haben wir uns ziemlich schnell auf den Weg nach Hause gemacht. Sonst gehen wir immer noch baden und machen ein gemütliches Sit-in auf der Wiese, aber diesmal wollten wir dann doch schnell ins Trockene. Mir war auch schon ziemlich kalt…Leider ist es uns nicht gelungen für die Straßenbahn Fahrscheine zu kaufen – das Touchpad des Automaten war kaputt. Wir haben dann gehofft nicht kontrolliert zu werden. Leider zählt die Startnummer nur vor dem Lauf als

Finanzamtrehe

Fahrausweis…Glücklicherweise blieb die Kontrolle aus und im Schweriner Dauerregen erreichten wir dann ziemlich schnell unseren Parkplatz. Wir hatten zwar nicht am Zoo geparkt – Tiere gab es trotzdem noch zu bestaunen. Zwei sehr zahme Rehe fanden den Parkplatz beim Finanzamt sehr interessant und erfreuten uns mit ihrer Anwesenheit.

Der weite Weg nach Schwerin hat sich auch dieses Jahr wieder gelohnt – wir hatten viel Spaß und zu Hause eine Menge zu erzählen. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei, wenn es heißt: Life is life…

In diesem Sinne: Auf zum nächsten Lauf!

Ergebnisse des 27. Schweriner 5-Seen-Laufes gibt es hier.

Tolle Berichte über den Lauf gibt’s auch bei:

Jana: 27. Fünf-Seen-Lauf

Sprintefix: 27. Fünf-Seen-Lauf Schwerin am 02.07.2011

Marathon-Matze: 27. Schweriner Fünf-Seen-Lauf

Runningteam-Feuerraeder: Powered By Zeppelin


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5 Antworten auf 27. Fünf-Seen-Lauf Schwerin (15 km)

  1. Jana sagt:

    Ein schöner Bericht. :-)

  2. Fred sagt:

    Hallo Grit! Von mir noch einen herzlichen Glückwunsch zur guten Platzierung! Der vierte Platz ist zwar immer etwas undankbar – trotzdem eine gute Leistung! Die Scannertechnik mit den Zielgassen ist wohl auch so eine Schweriner Besonderheit und gehört irgendwie dazu wie die Erfrischungsdusche ;-) . LG Fred

  3. Heiko sagt:

    Hallo Grit, jetzt auch noch Glückwünsche zu dieser tollen Platzierung! Habe es heute endlich mal auf deine Seite geschafft, nachdem du meinen Bericht ja gleich verlinkt hattest… Wir sehen uns zur City-Nacht in Berlin ;-)

    • Grit_87 sagt:

      Hallo Heiko,
      danke für die Glückwünsche! Sorry, dein Kommentar war irgendwie in den Spam verschwunden und ich konnte dich erst jetzt retten…
      Habe gerade den Bericht in der Runner’s World gelesen…mach weiter so! Ich muss unbedingt mal in Neuruppin laufen & danach die schwimmende Sauna in der Fontane-Therme testen!
      Viel Spaß bei der Citynacht…lg

  4. Pingback: 20. Vattenfall City-Nacht Berlin 10 km | Grit ist fit

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