20. Vattenfall City-Nacht Berlin 10 km

Letztes Wochenende durfte ich endlich mal wieder richtig schnell laufen. Nach vierwöchiger Trainingsphase mit ganz vielen langsamen Läufen stand zu meiner Freude ein Wettkampf auf dem Plan.  :-) 10 km den Kurfüstendamm in Berlin rauf und runter – welch ein Spaß! Für das richtige Feeling beim Lesen bitte diesen Link nutzen…

Das ganze Jahr hatte ich schon damit geliebäugelt an der City-Nacht in Berlin teilzunehmen. Ich liebe es in Berlin zu rennen und dann noch die Vorstellung in einen wunderschönen Sonnenuntergang hineinzulaufen war einfach sehr verführerisch. Zu meinem Geburtstag im Mai habe ich dann den Startplatz für den Lauf über 10 km und eine Hotelübernachtung als Geschenk bekommen. Herzlichen Dank nochmal an Gerlind, Roland & Basti – damit habt ihr mir eine Riesenfreude gemacht!   :-D

Beim Aufwachen am Samstag hat es dann leider geregnet wie aus Kübeln. Der Start war erst für halb neun abends angesetzt und auch wenn der Wetterbericht Regen für das ganze Wochenende prophezeite, hatte ich als ewige Optimistin doch die Hoffnung, dass es die eine Stunde am Abend schön sein würde. Wir haben uns dann gegen 12 Uhr in Richtung Berlin aufgemacht. Bei Berlins bekanntester Currywurstbude “Konnopke’s Imbiss” im Prenzlauer Berg haben wir uns mit Freunden getroffen und konnten einfach nicht widerstehen.  Die Currywurst war extrem lecker und wäre der Lauf nicht gewesen, hätte ich noch ‘ne Zweite gegessen. Danach sind wir im Berliner Dauerregen schnell in Richtung Hotel. Auf dem Weg dorthin haben wir fix unsere Startunterlagen in der Nähe des Europacenters abgeholt. Im Hotel haben wir dann sofort unsere weißen Teilnehmershirts anprobiert – Größe XS passt super und weiß sieht auch ganz gut aus. Da noch etwas Zeit bis zum Start war, sind wir noch ein bisschen shoppen gegangen und ich habe mir im Niketown eine schöne kurze Hose gekauft. So eine habe ich schon ewig gesucht und war nun hoch erfreut, dass ich endlich was passendes gefunden hatte.  :-) Und da ich schon mal da war, musste das passende Oberteil auch noch mitgekauft werden…ah, meine arme Kreditkarte!  8-O

So langsam wurde ich nun unruhig und wollte zurück ins Hotel. Bis zum Start war es nur noch eine Stunde und wir mussten uns ja noch umziehen und den Start finden. Da es immer noch regnete, war ich mir nicht sicher, was ich anziehen sollte. Es wurde dann einfach eine kurze Hose samt T-Shirt. Nass werden würde eh alles und je weniger ich trage, desto weniger klebt an mir…Die Zeit wurde nun wirklich knapp und wir haben dann erst kurz vor Ultimo den richtigen Startblock gefunden. Da ich mich nicht selbst angemeldet hatte, wusste ich nicht, für welche Zielzeit der Block B steht, aber es war ganz schön weit vorn und ich hatte die Befürchtung, dass die Läufer sehr schnell sein würden. Kurz nach unserer Ankunft hörten wir auch schon einen Startschuss. Leider passierte erst mal gar nichts und wir standen weiter im Regen. Was sollte das denn? Ein Probeschuss? Erst später wurde mir klar, dass die Favoriten bestimmt vor dem Hauptfeld starten durften. Der Sinn ist für mich fraglich – wozu brauchen die Vorsprung? Nach einigen Minuten hörten wir dann einen zweiten Knall und konnten nach ca. einer halben Minute über die Startmatten laufen.

In den vergangenen vier Wochen nach dem Schweriner 5-Seen-Lauf habe ich gut trainiert und war nun gespannt, zu welcher Zeit es reichen könnte. Auf Grund des gestiegenen Trainingsumfangs habe ich damit gerechnet müde zu sein und hoffte so vielleicht die Neustrelitzer Citylaufzeit zu bestätigen (über 9,6 km 46:20, also rund 48:20 auf 10 km). Schon auf dem ersten Kilometer habe ich aber gemerkt, dass es richtig gut läuft. Ich war ausgeruht, die Beine frisch, der Kopf frei. Einzig meine Achillessehne hat gezwickt, aber das kann man ausblenden. 2 trainingsfreie Tage vor dem Wettkampf haben anscheinend Wunder gewirkt – manchmal ist faul sein Gold wert. :-)  Wie ich mir schon gedacht hatte, waren um mich rum alle Läufer schneller. Die sind scharenweise an mir vorbeigezischt, aber ich ließ mich diesmal nicht mitreißen und bin schön ruhig in einer Art schnellem Wohlfühltempo gelaufen. Ich hatte mir vorgenommen, dass die 2. Hälfte diesmal schneller sein musste. Damit ich beim Marathon im September das Ziel erreiche, muss ich in der Lage sein mein Rennen  kontrolliert zu laufen und das wollte ich üben.

Ich war dann über meine ersten Kilometerzeiten sehr überrascht – 4:37 sind für mich in diesem Jahr schon recht zügig. Da ich aber nicht am Limit lief, bin ich erst mal locker so weiter. Ich habe dann einfach den Lauf genossen, d.h. ich habe mich über die vielen Zuschauer gefreut, den Sambabands zugewinkt und die Geschäfte und Sehenswürdigkeiten am Straßenrand begutachtet. Der starke Regen hat mich nicht gestört – was nützt es sich zu ärgern? Die meisten Läufer haben das gelassen gesehen und haben ihre gute Laune nicht verloren. Die ersten fünf Kilometer vergingen wie im Flug und nun ging es darum mein Tempo einfach zu halten. Mein Forerunner zeigt mir die Kilometerzeiten an – aber da es so laut war, habe ich das Piepsen meist nicht gehört. Und weil es schon ziemlich dunkel war und das Display voller Regentropfen konnte ich auch nicht immer alles erkennen.

Auf dem Streckenplan sieht man, dass es eigentlich immer nur geradeaus geht. Lange Geraden finde ich immer anstrengend, da man nie weiß, wann sie enden. Aber diesmal war das in Ordnung. Wenn der Körper gut drauf ist, passt es bei mir meist auch im Kopf. Mittlerweile wurde ich zum Glück nur noch manchmal überholt. Ich wählte mir nun Läufer vor mir aus, die ich überholen wollte. Da nun aber alle gleich schnell liefen, war es ganz schön schwer jemanden einzuholen. Schneller als ich dachte, war dann schon Kilometer 8 passiert. Da es nur noch 2 Kilometer waren, wollte ich nun den Turbo zünden. Vielleicht würde es mir ja zum ersten Mal nach langer Zeit gelingen die letzten Kilometer nicht langsamer zu werden. Ich bin dann gerannt wie eine Irre und habe einfach nur gekämpft. Im Ziel war ich total außer Puste und habe erst mal ganz, ganz tief durchatmen müssen. ;-) Bei einem Blick auf meine Uhr habe ich dann ‘nen kleinen Schock bekommen. Stand da wirklich 46:59? Erst mal Wasser vom Display gewischt, aber es war doch keine Halluzination! Wahnsinn – damit habe ich nicht gerechnet.

Im Ziel habe ich dann erst mal Zitronentee getrunken und ein wenig  alkoholfreies Bier – aber das war nicht ganz so mein Geschmack und viel zu kalt.  An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helfer und Zuschauer, die trotz des Sauwetters ihre gute Laune nicht verloren haben! Nach dem Lauf sind wir dann schnurstracks ins Hotel, haben uns die triefenden Klamotten vom Leib gerissen und sind zum Aufwärmen in die Sauna – das war sooo schön und genau der richtige Ausklang! :-D

Im Nachhinein war ich dann ganz schön gespannt auf meine Kilometerzeiten und ob es auch offiziell zu einer Zeit unter 47 Minuten gereicht hat. Als im Internet dann auch die 46:59 angezeigt wurde, habe ich mir sehr gefreut. Aber noch toller sind die letzten beiden Kilometerzeiten – sie waren tatsächlich die Schnellsten. Das gute Training scheint zu wirken und ich kann beruhigt und zusätzlich motiviert weiter für den 25.09. trainieren! Alles in allem hat es super viel Spaß gemacht und nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder bei diesem Lauf starten.

Hier mal meine Kilometerzeiten und der Pulsverlauf. Zum ersten Mal habe ich zu Beginn des Rennens nicht einen krassen Ausreißer über 200. :-)

In diesem Sinne: auf zum nächsten Lauf!

Dazu: The Beatles – I’ll follow the sun oder Katrina and the Waves – Walking on Sunshine

Die Ergebnisse der 20. Vattenfall City-Nacht 2011 in Berlin gibt es hier.

Schöne Berichte zum Lauf gibt es auch vom Runningteam Feuerräder und bei Laufend-etwas-Neues.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Wettkämpfe abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten auf 20. Vattenfall City-Nacht Berlin 10 km

  1. Heiko sagt:

    Hallo und Glückwunsch zu der tollen Zeit!

    Wenn du schon immer so nett unsere Beiträge verlinkst, muss ich ja wenigstens mal einen Kommentar hinterlassen! ;-) Das wiederholen wir dann nach dem 25.09., denn ich starte auch in Berlin… Weiterhin gutes Training mit viel Spaß dabei!

    • Grit_87 sagt:

      Danke für die Glückwünsche – kann ich nur zurückschicken! :)
      Ich wünsch dir eine gute Vorbereitungsphase für Berlin…vor Allem Verletzungsfreiheit, gutes Laufwetter und Spaß beim Training. Ich freu mich schon so auf Berlin…kann’s kaum erwarten :-)

  2. Jana sagt:

    Glückwunsch zu diesem gutem Lauf! :-) Freut mich wirklich, dass es jetzt wieder bergauf geht mit deiner Leistung. Dann wird die neue Laufcupsaison auch wieder spannender für uns! :-D

    Ich hatte übrigens noch die Chance über einen Charity Startplatz kostenlos in Berlin an den Start zu gehen, aber hab es jetzt trotzdem lieber sein gelassen. Sind am Tag vorher auf nem Konzert in Rostock und würden erst nachts nach Berlin fahren. Das ist mir zu stressig vorm Marathon, dann schau ich lieber zu und hoffe dass es noch mit Frankfurt klappt :-)

    lg Jana

    • Grit_87 sagt:

      Danke für deine lieben Glückwünsche! :-)
      Ich freu mich auch riesig, dass meine Leistungen langsam wieder besser werden und das tiefste Tal hoffentlich durchlaufen ist. Irgendwie muss da wohl jeder Sportler mal durch…
      Dieses Jahr sind wir im LC ja schon ein paar mehr Mädels. Wenn die Anderen auch noch besser werden, wird es nächstes Jahr sehr interessant werden. Das motiviert doch, oder?
      Ich wünsch dir viel Spaß beim Konzert und hoffe, dass es mit Frankfurt klappt – über 200 km/Monat sind ja doch schon mehr als eine sehr solide Grundlage für ein gutes Ergebnis.
      LG

  3. Christin sagt:

    Eine Sauna hätte ich auch gebrauchen können!
    Aber der Lauf hat wirklich Spaß gemacht.
    LG Christin

  4. Sabrina sagt:

    Hey Grit,
    eine tolle Zeit, die du dort hingelegt hast- herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg.
    ich wünsche dir eine erfolgreiche Trainingswoche und vielleicht sieht man isch ja mal beim nächsten Lauf!

    • Grit_87 sagt:

      Hallo Sabrina,
      danke für die Glückwünsche! Bist du auch in Berlin gelaufen? Wo läufst du demnächst?
      Dir auch viel Spaß und Erfolg beim Training. Herbstliche Grüße aus dem Norden

  5. Gero sagt:

    Hallo, ich bin mal so frei und poste was im Blog. Sieht schick aus! Ich benutze auch seit kurzem WordPress diverse Sachen verstehe ich aber noch nicht. Dein Blog ist mir da immer eine willkommene Anregung. Weiter so!

  6. Pingback: 10. Bützower Citylauf – 10 km | Grit ist fit

  7. Pingback: Rückblick Vorbereitung Berlin Marathon 2011 | Grit ist fit

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>